BZ Weber

ELEKTROMOBILITÄT: WARTEN AUF DEN DURCHBRUCH

Politik und Industrie arbeiten mit Hochdruck an der Mobilitätswende. Der dramatische Anstieg des Spritpreises verleiht Fahrzeugen mit alternativen Antriebstechnologien nun dringend erforderlichen, zusätzlichen Aufwind.

< ALLE JAHRE WIEDER: SICHER DURCH DEN TÜV
16. Februar 2022

Elektromobilität ist die Zukunft des Straßenverkehrs. Egal ob Pedelec, Batteriebus, Elektrolastkraftwagen oder Pkw: Elektroantriebe sind schon heute in zahlreichen Fahrzeugen umweltfreundlichere und effizientere Alternativen zu herkömmlichen Verbrennungsmotoren. Doch obwohl Deutschland langfristig im Bereich Elektromobilität eine politische und wirtschaftliche Vorreiterrolle einnehmen möchte, stehen wir auch hierzulande erst am Anfang dieser Entwicklung. Hohe Kaufpreise und eingeschränkte Alltagstauglichkeit sind nach wie vor große Hindernisse bei der Umstellung auf das Elektroauto. Trotz zuletzt stark gestiegener Absatzzahlen: Das von der letzten Bundesregierung ausgegebene Ziel, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf deutsche Straßen zu bringen, ist zwei Jahre später noch immer nicht erreicht.

Die Politik bemüht sich deshalb, den Absatz von Elektrofahrzeugen durch finanzielle Anreize und Steuererleichterungen weiter anzukurbeln. Woran aber liegt es, dass sich die Elektrotechnik bislang nicht entschiedener im Straßenverkehr durchsetzen kann? Alexander Weber von der Fahrschule WEBER nennt vor allem drei gewichtige Gründe für die anhaltende Skepsis: „Die zögernde Haltung gegenüber Elektrofahrzeugen lässt sich mit drei Buchstaben zusammenfassen: RIP – Reichweite, Infrastruktur und Preis.“ Laut Alexander Weber wirkt neben den hohen Anschaffungskosten und dem mangelnden Versorgungsnetz an Ladestationen vor allem die verhältnismäßig geringe Reichweite abschreckend auf potentielle Käufer. „Als Fahrlehrer spreche ich jeden Tag mit jungen Menschen aus Hettstedt und Umgebung, die im Unterschied zu vorherigen Generationen ein ausgeprägtes Umweltbewusstsein besitzen. Aber insbesondere Fahranfänger wollen flexibel sein und überlegen genau, ob sie ihre Mobilität wegen langer Ladezyklen und geringer Reichweite einschränken möchten.“

Wesentlich ökologischer als spritbetriebene Fahrzeuge sind die emissionslosen Elektromotoren schon heute, auch in Sachen Fahrkomfort und Leistung können sie mittlerweile mit Benzinern und Dieseln mithalten. Nicht erst seit dem Siegeszug des amerikanischen Autobauers Tesla haben sich die Elektrofahrzeuge von dem ihnen jahrelang anhaftenden Imageproblem befreien können. Im Gegenteil scheinen fossile Brennstoffe in Folge von Abgasskandalen, Diskussionen um Diesel-Fahrverbote und angesichts dramatisch steigender Spritpreise zunehmend in Verruf zu geraten. Alexander Weber von der Fahrschule WEBER sieht in dieser Entwicklung eine Chance: „Wenn es Politik und Herstellern nun gelingt, den Ausbau des Versorgungsnetzes parallel zu dem technologischen Fortschritt zügig voranzutreiben, steht einem Durchbruch in wenigen Jahren nichts mehr im Weg.“